16:30 | Wolfgang Puschnig Red Sun & SamulNori (A/USA/Korea)


Die Geschichte begann im Frühjahr 1987, als sich Wolfgang Puschnig als einziger Bläser in einem ethnischen Percussion-Projekt fand. SamulNori waren von den improvisatorischen Fähigkeiten des Saxophonisten gefesselt. Das ist vielleicht gar nicht so überraschend: Der Ethnomusikologe Walter P. Malm hat die Theorie aufgestellt, dass die treibende Polyphonie und die Synkopen der koreanischen Musik oft verwandter dem Jazz als anderen asiatischen Musiken scheinen.

paul_urbanekDie Musik von SamulNori, dem koreanischen Percussion-Ensemble, ist von fesselnder Kraft. Es ist elementare Musik: Sie spricht zu den Elementen und für die Elemente. Die Metall-Instrumente, die großen und kleinen Gongs – das ching und das k'kwaengwari – sollen den Himmel repräsentieren. Die Holz- und Fell-Instrumente, das changgo (hour-glass drum) und das buk (barrel drum) repräsentieren die Erde. Die Doppel-Heads des changgo – tief und hoch gestimmt – erlauben zwischen Erde und Himmel zu vermitteln, das aufblühende Anschwellen des ching „umfasst alle Natur in ihrem Widerhall“.

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SamulNori sind sowohl Hüter einer Tradition als auch ihre fortschrittlichsten Exponenten. In der Vergangenheit hat die Gruppe auf den Fehler in der Argumentation derer hingewiesen, die darauf bestehen, dass die Tradition unverändert bleiben soll: Lebendige Traditionen befinden sich immer in einer dialektischen Konfrontation mit den Ideen von Veränderung und Fortschritt.
Die Performances von Samul Nori umfassen Rituale des Schamanismus, traditionelle Nongak-Musik und moderne Kompositionen.

 

Besetzung



Wolfgang Puschnig
– Saxophon
Paul Urbanek – Keyboards
Jamaaladeen Tacuma – Bass
Choi, Chan Gyun – Kwaeng-gwari (Small Gong)
Hong, Yun Ki – Janggo (Hourglass Drum)
Song, Dong Woon – Buk (Barrel Drum), Sogo
Hwang, Min Wang – Taepyongso (Hojeok), Ajaeng
Seo Jeong Min – Vocal, Jing